Niedersachsen startet Kampagne gegen Baumunfälle

Trauriger Spitzenplatz: In keinem anderen Bundesland gibt es so viele tödliche oder schwere Unfälle mit Bäumen als in Niedersachsen. Jetzt sollen die Unfallschwerpunkte analysiert und entschärft werden.

Bäume am Straßenrand werden von den Kraftfahrerinnen und Kraftfahrern selten als gefährlich wahrgenommen. Dabei führen Baumunfälle oftmals zu sehr schweren Unfallfolgen. Der Aufprall auf feste Hindernisse neben der Fahrbahn ist zwar nur für 17 % der im Straßenverkehr Verunglückten, jedoch fast 40 % der Getöteten verantwortlich. Um die tragischen Folgen von sogenannten „Baumunfällen" zu reduzieren, muss man diese möglichst verhindern oder zumindest die Anprallgeschwindigkeit und damit die Unfallfolgen deutlich reduzieren.

In Niedersachsen ist es auffällig, dass im Zeitraum von 2010 bis 2012 die Zahl der im Zu-sammenhang mit „Baumunfällen" Getöteten gestiegen ist, nachdem in den Vorjahren eine erfreuliche Reduzierung festzustellen war. So sind allein im Jahr 2012 bei „Baumunfällen" außerhalb geschlossener Ortschaften 146 Menschen getötet und 848 schwer verletzt worden. In den sechs Landkreisen Emsland, Osnabrück, Friesland, Osterholz, Hildesheim und Cuxhaven startete im Sommer 2014 eine Aufklärungs-kampagne. Ziel der Landesregierung ist es daher, im Rahmen eines dreijährigen Modellversuchsverschiedene Maß-nahmen, im Hinblick auf eine mögliche Reduzierung der Baumunfälle und deren Folgen zu erproben.

Neben der Straßenbreite ist die gefahrene Geschwindigkeit ein wichtiger Faktor sowohl bei der Unfallentstehung als auch bei den Unfallfolgen. Eine geringere Geschwindigkeit bedeutet immer auch geringere Unfallfolgen. So reduziert sich beispielsweise die Aufprallenergie des Fahrzeuges an einen Baum bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h gegenüber 100 km/h um mindestens 50 Prozent. Weiterhin wird die Gefahr eines Abkommens von der Fahrbahn bei einer geringeren Geschwindigkeit vermindert und zusätzlich die Reaktionszeit verlängert, um einen Anprall an einem Baum entgegenzuwirken.

Tempoanzeigen und Plakate sollen die Autofahrer zu langsamerem und vorsichtigerem Fahren bewegen. Die Displays zeigen mit einem lachenden oder weinenden Smiley, ob der Wagen zu schnell unterwegs ist. In einem nächsten Schritt werden Experten Unfallschwer-punkte in den Kreisen analysieren. Auch die Einführung von Tempolimits soll im Rahmen des Projektes möglich sein, um die Anzahl der Baumunfälle nachhaltig zu reduzieren.

Baumunfälle  
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