Schlag gegen die Organisierte Kriminalität – Zoll und Polizei heben illegale Drogenlabore aus
Europol‘s „OP Fabryka“ mit deutscher Beteiligung „OP Nexus“
Europol‘s „OP Fabryka“ mit deutscher Beteiligung „OP Nexus"
Am vergangenen Freitag (16. Januar) fand ein durch Europol koordinierter, europaweiter Action Day zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und der Herstellung von synthetischen Drogen statt. Auch in Deutschland kam es hierbei zu Durchsuchungsmaßnahmen in den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Deutschland „OP Nexus“
Den internationalen Maßnahmen am Action Day vorausgegangen waren fast einjährige intensive Ermittlungen – in Deutschland unter dem Namen „Operation Nexus“ – der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Osnabrück, bestehend aus Ermittlerinnen und Ermittlern des Zollfahndungsamtes Hannover und der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück.
So konnten allein in der zweiten Jahreshälfte 2025 in Schleswig-Holstein (Quickborn/Kummerfeld), Niedersachsen (Wolfenbüttel), Brandenburg (Nauen) und Nordrhein-Westfalen (Kerpen, Hagen, Neunkirchen Seelscheid) insgesamt sechs Drogenlabore ausgehoben werden. Dabei wurden bundesweit über 800 Kilogramm synthetische Drogen und etwa 160.000 Liter hochgiftige Chemikalienabfälle sichergestellt. Insgesamt nahmen Zoll und Polizei in diesem Zusammenhang 45 Personen fest. Die dahingehenden Ermittlungen erfolgten aus ermittlungstaktischen Gründen jeweils durch örtlich zuständige Zoll- und Polizeidienststellen.
Bei zwei abschließenden Durchsuchungen am Action Day vergangenen Freitag wurden in Niedersachsen (Papenburg) und Nordrhein-Westfalen (Kreis Borken) weitere 15.000 Liter Chemikalienabfälle (Papenburg) sowie eine professionelle Cannabisplantage mit etwa 1350 Pflanzen (Kreis Borken) festgestellt. Es kam zu einer weiteren Festnahme (Papenburg).
Aufgrund der erheblichen Gefährdungslage kamen bei diesen Einsätzen mehrfach Spezialeinheiten des Zolls, der Polizei sowie spezialisierte Kräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks zum Einsatz.
Unterstützt wurden die deutschen Ermittlungen außerdem durch die Gemeinsame Grundstoffüberwachungsstelle ZKA/BKA (GÜS), eine gemeinsame Einrichtung von Zollkriminalamt und Bundeskriminalamt.
Europaweit „OP Fabryka“
Die europaweiten Ermittlungsmaßnahmen wurden von Europol im Rahmen der „Operation Fabryka“ koordiniert. Neben Staatsanwaltschaften, Zoll und Polizeibehörden in Deutschland waren Justiz- und Sicherheitsbehörden in Polen, den Niederlanden, Belgien, Tschechien und Spanien involviert.
Im Fokus der internationalen Ermittlungen steht eine polnische Tätergruppierung, der vorgeworfen wird, europaweit hunderte Tonnen Chemikalien zur Herstellung synthetischer Drogen an illegale Drogenlabore verschiedener krimineller Organisationen geliefert zu haben.
Durch engmaschige Observationen und weitere länderübergreifende verdeckte Ermittlungsmaßnahmen gelang es den beteiligten Behörden, im Verlauf des vergangenen Jahres im Rahmen der „OP Fabryka“ insgesamt 24 solcher professioneller Großlabore auszuheben, über 3,5 Tonnen synthetische Drogen sicherzustellen, 16 Zwischenlagerstätten von Chemikalien in mehreren europäischen Staaten aufzudecken und insgesamt über 85 Personen festzunehmen. Zusätzlich wurden über 1000 Tonnen Vorläufersubstanzen ermittelt und eine halbe Million Euro Bargeld sichergestellt.
Es handelt sich nach Einschätzung von Europol um das bisher größte zusammenhängende, europäische Ermittlungsverfahren zur Bekämpfung der illegalen Herstellung synthetischer Drogen.
Friedo de Vries, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück, sagte zum Einsatzerfolg: „Dieser Schlag europäischer Sicherheitsbehörden im Kampf gegen synthetische Drogen ist in dieser Dimension bislang einmalig. Eine Osnabrücker Ermittlungsgruppe hat dabei eine zentrale Rolle gespielt. Es zeigt aber auch, wir müssen insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor dem Konsum schützen und vor allem über die Gefahren durch umfassende Präventionsmaßnahmen aufklären. Hier sind wir alle gefordert. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“
Der Leiter des Zollkriminalamtes, Dr. Tino Igelmann, bekräftigt die Ausführung und ergänzt: „Die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Zoll, Polizei, Staatsanwaltschaft und den internationalen Partnerbehörden haben diesen bislang in der Größenordnung einmaligen Erfolg möglich gemacht. Der deutsche Zoll bringt seine ureigensten Zuständigkeiten im Bereich Abfertigung, Kontrolle und Ermittlung ein und setzt an zentralen Punkten zur Bekämpfung der internationalen Rauschgiftkriminalität an – dies gilt auch für die Überwachung von chemischen Vorläufersubstanzen für die Rauschgiftherstellung, den sogenannten Grundstoffen. Diese Chemikalien werden grenzüberschreitend, sowohl legal als auch illegal, gehandelt. Hier mündete die ursprüngliche Feststellung von Vorläuferchemikalien im Verlauf der Ermittlungen in mehrere Festnahmen im In- und Ausland sowie in der Sicherstellung von illegalen Rauschgiftlaboren und Chemikalien, deren Abfälle teilweise hochtoxisch sind.“
Weitere Informationen zur „OP Fabryka“ finden Sie in Europol’s Newsroom:
https://www.europol.europa.eu/media-press/newsroomEuropol-Operation Fabryka
Resultate der Europol-Operation Fabryka.
Artikel-Informationen
erstellt am:
21.01.2026