Opferschutz und Opferhilfe nach dem Erleben einer Straftat


"Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie lehrt nur, mit dem Unbegreiflichen zu leben."

Andrea Menke   Bildrechte: Andreas Lemper

Wir als Polizeiinspektion Osnabrück sind immer für Sie da, um bei Straftaten zu ermitteln. Aber wir unterstützen Sie als Opfer einer Straftat auch bei der Suche nach einer geeigneten regionalen Hilfs- und Unterstützungseinrichtung, um die negativen Folgen abzumildern.

Durch das Merkblatt Opferschutz erhalten Sie bereits bei der Anzeigeerstattung erste Informationen über Ihre Rechte und Pflichten als Opfer einer Straftat. Wenn Sie weitere Fragen haben, dann scheuen Sie sich nicht, ihre Sachbearbeiterin/ihren Sachbearbeiter bei der Polizei zu kontaktieren oder direkt Kontakt zur Ansprechperson für den polizeilichen Opferschutz aufzunehmen.

Wir sind für Sie da - mit Sicherheit!


Andrea Menke, Leiterin Polizeiinspektion Osnabrück

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Das Erleben einer Straftat kann Personen in eine Situation bringen, auf die sie nicht vorbereitet sind und die schwer zu verarbeiten ist. In den professionellen Opferhilfeeinrichtungen arbeiten ausgebildete Frauen und Männer, die diesen Personen mit Unterstützung, Rat und Hilfe zur Seite stehen können.


Institutionen für Opfer von Straftaten und deren Angehörige in Stadt und Landkreis Osnabrück:



Opferhilfebüro Osnabrück
Goethering 30
49074 Osnabrück
Telefon: 0541 / 3153950
E-Mail: poststelleosnabrueck@opferhilfe.niedersachsen.de



Weisser Ring e.V.
Außenstelle Osnabrück
Telefon: 0151 / 117 40 244
E-Mail: osnabrueck@mail.weisser-ring.de



Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen können z. B. bereits bei der polizeilichen Anzeigeerstattung und/oder bei Behördengängen Hilfestellung leisten. Unterstützung erfahren alle, die sich hilfesuchend an die vorgenannten Institutionen wenden - ganz gleich, um welche Straftat es sich handelt. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Beratung durch die Stiftung Opferhilfe oder den Weissen Ring e. V. ist das Vorliegen einer Straftat - unabhängig davon, ob es bereits zur Anzeigenerstattung gekommen ist oder nicht.

Neben der Unterstützung durch Zuhören und seelischen Beistand, können die Beraterinnen und Berater auch bei der Beantragung von finanzieller Unterstützung Hilfe leisten. Neben der Prozesskostenhilfe gibt es für Opfer von Gewaltstraftaten noch das Opferentschädigungsgesetz (OEG), über das in bestimmten Fällen Gelder beantragt werden können. Auch finanzielle Sofortleistungen können unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden.


Die psychosoziale Prozessbegleitung


Hierbei handelt es sich um eine besonders intensive Form der Unterstützung.

Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter geben ausführliche Informationen zu allen Fragen, die im Zusammenhang mit dem Strafverfahren stehen. Sie tragen mit ihrer Arbeite dazu bei, dass die Belastungen für Verletzte durch einen Strafprozess minimiert werden. Auch im Alltag leisten sie eine wichtige Hilfestellung bei individuellen Problemlagen.

Psychosoziale Prozessbegleitung beginnt im besten Falle deutlich vor der Hauptverhandlung, im Einzelfall auch schon vor der Anzeigeerstattung und kann - je nach Bedarf - auch nach Beendigung des Strafverfahrens fortgeführt werden.

Psychosoziale Prozessbegleitung ist keine Psychotherapie!


Eine Übersicht aller ausgebildeten Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter in Niedersachsen finden Sie auf der Seite des niedersächsischen Justizministeriums unter folgendem Link:

https://justizportal.niedersachsen.de/Prozessbegleitung/psychosoziale-prozessbegleitung-in-niedersachsen-160951.html).



Häusliche Gewalt - Netzwerk Osnabrück gegen Gewalt

Wenn Sie von häuslicher Gewalt betroffen sind, dann wird nach Prüfung des Sachverhaltes bereits eine Hilfekette in Gang gesetzt. Diese Interventionskette soll gewährleisten, dass Opfern von häuslicher Gewalt schnell und proaktiv geholfen wird.

  Bildrechte: Polizei Osnabrück


Selbstverständlich können Sie die Institutionen der Interventionskette auch ohne vorherige Anzeigeaufnahme durch die Polizei eigeninitiativ kontaktieren und sich Unterstützung holen!

Die Kontaktdaten der Institutionen und weitere Informationen zum Thema "Häusliche Gewalt" finden Sie auf der Homepage www.osnabrueck-gegen-gewalt.de



Antrag nach dem Gewaltschutzgesetz


Auf der Seite des niedersächsischen Sozialministeriums finden Sie hilfreiche Informationen zu Schutzanordnungen nach dem Gewaltschutzgesetz:


https://www.ms.niedersachsen.de/startseite/frauen_gleichstellung/wer_schlagt_muss_gehen/-14109.html


Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Osnabrück sind insgesamt drei Amtsgerichte ansässig:

  • Amtsgericht Osnabrück
  • Amtsgericht Bersenbrück
  • Amtsgericht Bad Iburg

Was kann das Gewaltschutzgesetz regeln?


Das Gericht kann insbesondere anordnen, dass der Täter es unterlässt,

  1. die Wohnung der verletzten Person zu betreten,
  2. sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung der verletzten Person aufzuhalten,
  3. zu bestimmende andere Orte aufzusuchen, an denen sich die verletzte Person regelmäßig aufhält,
  4. Verbindung zur verletzten Person, auch unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln, aufzunehmen,
  5. Zusammentreffen mit der verletzten Person herbeizuführen.




Ansprechperson für den polizeilichen Opferschutz in der Polizeiinspektion Osnabrück:

Die Ansprechperson für den polizeilichen Opferschutz der Polizeiinspektion Osnabrück, Frau Maike Ahlrichs, kann Betroffene oder auch deren Angehörige dabei unterstützen, individuelle Hilfe zu bekommen.


Eine Beratung im Vorfeld einer Anzeigeerstattung ist für Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte oftmals schwierig, da diese dem gesetzlichen Strafverfolgungszwang unterliegen. Das heißt, dass die Polizei verpflichtet ist, bei erkennbar strafbarem Verhalten ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren einzuleiten. Daher steht die Weitervermittlung an eine geeignete und professionell arbeitende Institution bei einer Beratung durch die Polizei im Vordergrund.


Merkblatt zum Opferschutz und Merkblatt zum regionalen Opferschutz

Dem Merkblatt zum Opferschutz für Betroffene von Straftaten sind bereits wichtige Informationen zu entnehmen. Sie finden das Merkblatt über Rechte von Verletzten und Geschädigten sowie die Ansprechpersonen für den regionalen Opferschutz in verschiedenen Sprachen online abrufbar:

Beauftragte, Opferschutz, Polizeiinspektion Osnabrück   Bildrechte: Polizeidirektion Osnabrück

Ansprechperson für den polizeilichen Opferschutz der Polizeiinspektion Osnabrück

Kriminalhauptkommissarin
Maike Ahlrichs
Kollegienwall 6-8
49074 Osnabrück

Telefon: 0541 / 327-2043

E-Mail: praevention@pi-os.polizei.niedersachsen.de

Artikel-Informationen

erstellt am:
18.08.2017
zuletzt aktualisiert am:
16.08.2022

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